Manche Entscheidungen beginnenlange bevor wir sie treffen.
Ich arbeite mit Menschen und Organisationen dort, wo Erfahrungen, Annahmen oder unausgesprochene Gedanken Entscheidungen prägen, ohne bereits klar benannt zu sein.
In Vorträgen und Gesprächen geht es um persönliche Geschichte, Bedeutung und Verantwortung. In Organisationen kläre ich festgefahrene technische und organisatorische Situationen, bevor vorschnelle Lösungen neue Probleme schaffen.
Ein Satz aus der Kindheit kann noch Jahre später bestimmen, was ein Mensch sich zutraut. In Organisationen können Annahmen, frühere Erfahrungen und halbe Verständigungen ähnlich wirken: Sie prägen Entscheidungen, obwohl sie längst nicht mehr ausdrücklich auf dem Tisch liegen.
Die Kontexte sind unterschiedlich. Die erste Aufgabe bleibt ähnlich: genauer verstehen, welche Geschichte, welche Annahme oder welche Perspektive hier gerade wirkt.
Welche Geschichte, Annahme oder Perspektive entscheidet hier noch mit?
Zwei Arbeitsfelder
Ein Denkprinzip. Zwei klare Anlässe.
01
Menschen und Geschichte
Vorträge und Dialoge
Erfahrungen bekommen Bedeutungen. Bedeutungen werden zu inneren Wahrheiten. Irgendwann treffen wir Entscheidungen, ohne noch zu bemerken, welche alte Geschichte mit am Tisch sitzt.
Für Veranstaltungen, kleinere Runden und einzelne Menschen.
Mich interessieren Situationen, in denen eine bisher selbstverständliche Erklärung noch einmal überprüft wird. Ich nenne solche Momente Kippmomente.
Der Weg dorthin ist eine Sichtreise: ein Gesprächs- oder Denkraum, in dem vertraute Deutungen nicht sofort ersetzt, sondern zunächst präziser angesehen werden.
01
Wahrnehmen
Etwas passt nicht ganz zu der Erklärung, die bisher selbstverständlich war.
02
Prüfen
Die vertraute Geschichte oder Annahme wird aus einer anderen Sicht betrachtet.
03
Neu entscheiden
Aus neuer Klarheit wird ein bewussterer nächster Schritt möglich.
Eine Geschichte als Zugang
Eine Tür
Ich war ungefähr fünf Jahre alt. Meine Mutter fuhr mich zu einem Menschen, den man eigentlich meinen Vater nennen müsste. Ich nenne ihn Stephan.
Ich hatte ihn lange nicht gesehen und war deshalb sehr traurig. Ich lief die Treppe zu seiner Wohnung hinauf und klingelte. Als er öffnete, sagte ich: „Hallo Papa. Wir haben uns so lange nicht gesehen. Wär doch schön, wenn wir mal was zusammen machen.“
Er schloss die Tür. Nach ungefähr einer Minute öffnete er sie wieder, drückte mir ein Fünfmarkstück in die Hand und sagte: „Geh zu McDonald’s. Kauf dir einen Burger.“ Dann schloss er die Tür erneut.
Was soll ein fünfjähriges Kind aus so einem Moment lernen?
Vielleicht entsteht ein Gedanke wie: Du bist nicht wichtig. Ob ich das damals wirklich genau so gedacht habe, weiß ich nicht. Ich war fünf. Kinder führen selten Protokoll über die Überzeugungen, die gerade in ihnen entstehen. Aber sie tragen sie weiter.
Persönliche Geschichte und berufliche Innenperspektive.
Als Kind versteht man Armut nicht über Zahlen. Man versteht sie darüber, dass die letzten Pfandflaschen darüber entscheiden, was es heute Abend zu essen gibt.
Meine Geschichte hat mich gelehrt, wie stark alte Bedeutungen Entscheidungen prägen können. Beruflich habe ich rund fünfzehn Jahre in der Logistik gearbeitet, später in der IT-Koordination und im beratenden B2B-Vertrieb. Dort habe ich erlebt, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Situation verstehen können.
Heute verbinde ich beides: persönliche Erfahrung, berufliche Innenperspektive und die Arbeit mit Menschen, die ihre Fragen nicht länger mit vorschnellen Antworten zudecken wollen.
15 Jahre LogistikIT-KoordinationB2B-VertriebBühne und Dialog
Wenn alle über dasselbe Vorhaben sprechen und trotzdem etwas anderes meinen.
Eine Investition wird vertagt. Ein Projekt läuft formal, aber praktisch fest. IT, Geschäftsführung, Verwaltung, Vertrieb oder Anwender bewerten dieselbe Situation unterschiedlich.
Ich führe Anforderungen, Perspektiven und offene Annahmen zusammen. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage mit geklärten Verantwortlichkeiten und nächsten Schritten.