Was unter der Oberfläche wirkt.
Beobachtungen über Führung, Verantwortung und die Geschichten, die Entscheidungen prägen – oft lange bevor jemand sie ausspricht.
Warum Veränderung oft am falschen Ort beginnt
Mit siebzehn zog ich aus. Zum ersten Mal hatte ich eine eigene Wohnung und eine Tür, hinter der keine Gerichtsvollzieher mehr standen. Vieles, was mich belastet hatte, blieb tatsächlich zurück. Jahre später begegneten mir zwei offene Dinge wieder, die kein neuer Ort erledigt hatte: meine Schulden und mein fehlender Berufsabschluss. Dort sah Veränderung plötzlich anders aus als zuvor.
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Warum Menschen dieselbe Bedeutung immer wieder wiederholen
Als ich mit zweiundzwanzig für ein paar Tage nach Koblenz fuhr, wollte ich dort kein neues Leben beginnen. Anderthalb Wochen später hatte ich meinen Arbeitsplatz in Rosenheim verloren. Kurz darauf zog ich ganz weg. Viele Jahre später fiel mir auf, dass sich in meinem Leben erstaunlich unterschiedliche Situationen auf eine ähnliche Weise entwickelt hatten.
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Schuld und Verantwortung sind nicht dasselbe
Als Kind kam ich einmal viel zu spät nach Hause. Meine Mutter hatte stundenlang auf mich gewartet. Was danach geschah, konnte ich lange nur aus meiner eigenen Perspektive betrachten. Jahre später erklärte sie mir, was sie in diesem Moment gesehen hatte. Ihre Erklärung veränderte meinen Blick auf die Geschichte. An ihrer Verantwortung änderte sie nichts.
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Warum manche Gespräche etwas in uns auslösen und andere nicht
Bei einem Grillfest erzählte ich einer kleinen Runde, warum ich mich mit der Wirkung vergangener Erfahrungen beschäftige. Während ich sprach, veränderte sich etwas am Tisch. Einige hörten plötzlich sehr aufmerksam zu, andere blieben still und schienen längst bei einer eigenen Geschichte angekommen zu sein. Dasselbe Gespräch kann Menschen auf sehr unterschiedliche Weise treffen. Der Grund liegt manchmal weniger in den Worten als in dem, was ein Zuhörer bereits mitbringt.
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Verstehen ist keine Lösung. Aber ohne Verstehen sucht man oft am falschen Ort.
In einem gemeinsamen Gespräch mit meiner Mutter bekam ich Antworten auf Fragen, die mich lange begleitet hatten. Die Vergangenheit wurde dadurch verständlicher. Mein heutiges Leben veränderte sich an diesem Tag kaum. Trotzdem war das Gespräch wichtig. Es zeigte mir, welche Lasten zu meiner Geschichte gehörten und welche Verantwortung nie bei mir gelegen hatte.
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Wenn aus einer Überlebensstrategie eine Lebensstrategie wird
Als die Pfändungen aufhörten, kam die Erleichterung später, als ich erwartet hatte. Ein Zustand, den ich jahrelang loswerden wollte, war plötzlich vorbei. Trotzdem wartete ein Teil von mir weiter auf den nächsten Brief. Manche Verhaltensweisen bleiben, obwohl die Situation, in der sie entstanden sind, längst nicht mehr existiert.
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Das Fünfmarkstück – was ein Kind aus einer geschlossenen Tür lernen kann
Ein fünfjähriger Junge möchte Zeit mit seinem Vater verbringen. Er bekommt ein Fünfmarkstück und eine geschlossene Tür. Was bleibt von einem solchen Moment, wenn ein Kind das Verhalten eines Erwachsenen noch nicht einordnen kann?
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